Leichtathletik
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23.10.2020 17:42 Alter: 6 yrs
Kategorie: Leichtathletik
Kategorie: Leichtathletik
Titel souverän verteidigt
Sabrina Zeug erneut Deutsche Meisterin im Steinstoßen

Strahlende Siegerin: Bereits zum vierten Mal in Folge sicherte sich Sabrina Zeug (M.) den Deutschen Meistertitel im Steinstoßen. Zweite wurde Katharina Schiele (r.) vor Lucie Holzapfel. Foto: Ludwig Stuffer
Sie kam, sah und siegte: Sabrina Zeug von der SG Hausham ist die neue und alte Deutsche Meisterin im Steinstoßen der Frauen. Bei den nationalen Hallen-Titelkämpfen in Erfurt (Thüringen) feierte sie einen überlegenen Triumph.
Längst ist Sabrina Zeug eine sehr erfolgreiche Leichtathletin – aber auch in den Wettkämpfen und Meisterschaften des Deutschen Rasenkraftsport- und Tauziehverbandes ist sie ganz steil nach oben geklettert, zumal sich viele Wettbewerbe gut mit den teils gleichen Disziplinen und verwandten Techniken kombinieren lassen. In ihrer nun bereits vierten Saison als Rasenkraftsportlerin fiel die Erfolgsausbeute heuer wegen der Corona-Pandemie zwar weit geringer aus, allerdings bestätigte sie nun erneut, dass sie die Deutsche Nummer eins ist. In der Saison 2017 wurde sie bereits im Sommer nationale Titelträgerin im Steinstoßen. 2018 und 2019 ging die Erfolgsgeschichte weiter: Sie wurde jeweils in der Halle und im Freien Deutsche Meisterin im Steinstoßen, im Dreikampf und im Gewichtwurf. Nach dem Ausfall aller Deutschen Titelkämpfe im Sommer fanden heuer lediglich die Meisterschaften im Steinstoßen statt. Ohne Corona wäre das Ereignis bereits Anfang März über die Bühne gegangen, deshalb „waren wir nun froh, dass wenigstens diese Meisterschaften waren“, sagt Trainer Hans Zenzinger. „Der Termin war zum einen unser letzter Saison-Start und zum anderen ein echter Höhepunkt“, freut sich der 75-Jährige, der die knapp fünfstündige Fahrt gerne auf sich nahm. In der Klasse der Frauen über 78 Kilogramm Körpergewicht mussten ihre Konkurrentinnen schnell feststellen, dass der Weg zu Gold nur über Zeug geht. „Wir hatten ja eigentlich vor, dass Sabrina ihren persönlichen Rekord vom Vorjahr mit 13,48 Metern angreifen würde, doch das wollte nicht ganz klappen“, verrät Zenzinger – obwohl das Einstoßen „rekordverdächtig“ gewesen sei. Der erste Versuch ging dann allerdings daneben: Ein Stolperer im Anlauf verwehrte einen perfekten Auftakt der Haushamerin. Doch dann nahm der Kurs auf Gold seinen perfekten Lauf: Bei ihrem guten zweiten Versuch zwickte eine kleine Verletzung zwischen Achillessehne und Wadenmuskel, doch im letzten Anlauf katapultierte sie das Fünf-Kilogramm-Wurfgerät auf die Tagesbestweite. Zuvor war ihr Sieg übrigens nie gefährdet. Mit 13,04 Metern wurde sie souverän Deutsche Meisterin. Damit verteidigte sie ihren Titel deutlich vor Katharina Schiele vom RKS Phoenix Mutterstadt mit 12,19 Metern und Lucie Holzapfel von der DJK Aschaffenburg (11,87). Trotz des verpassten Ziels, ihren Rekord zu verbessern, freut sich Zeug riesig über den Titel. Denn die nächstplatzierten Athletinnen sind längst keine Unbekannten: Schiele ist auch in der Leichtathletik eine sehr starke Kugelstoß-Konkurrentin auf süddeutscher Ebene, und Holzapfel ist aktuell sogar die beste Hammer- und Gewichtwerferin Deutschlands. „So ein Deutscher Meistertitel nach dieser schwierigen Saison ist eine Super-Leistung“, sagt Trainer Zenzinger überglücklich. Gold zeichnet nicht nur einen Erfolg aus, sondern ist längst ein sicheres Zeichen für enormen Fleiß, harte Trainingsarbeit und einen großen Zeiteinsatz. Zeug hatte aber einen weiteren guten Grund zur Freude: „Jetzt ist erst mal eine Pause, bevor das Training für nächstes Jahr wieder beginnt.“ Quelle: Miesbacher Merkur vom 23.10.2020