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06.07.2016 17:11 Alter: 10 yrs
Kategorie: Fußball

Leichtathletik-Trainer bittet Haushams Kicker zum Fußball-Zehnkampf

„Auf die Plätze, fertig, los!“, schreit Leichtathletik-Trainer Hans Zenzinger am Sportplatz der SG Hausham. Ein untypisches Kommando für Fußballer, doch der defensive Mittelfeldspieler Anian Trettenhann dribbelt los - durch einen Slalomparcours, den Ball eng am Fuß.


Mit einer Körpertäuschung geht er am Verteidiger, einer Art Wand aus Hütchen und Stangen, vorbei und vollendet mit dem Torschuss. „9,37 Sekunden“, tönt es von der Zeitnahmestelle. Eine Top-Zeit.
Gemeinsam mit 17 seiner Teamkollegen hat Trettenhann an Zenzingers Fußball-Zehnkampf teilgenommen - eine Art Koordinations-, Athletik- und Ausdauertest. Wie der Name schon sagt, umfasst dieser Test zehn verschiedene Bereiche: 30-Meter-Lauf, 50-Meter-Lauf mit Rolle vorwärts, Weitschuss, Standweitsprung, Strecksprünge, Slalom, Einwurf, 1000-Meter-Lauf, Seitwärts- und Rückwärtslauf sowie 30-Meter-Lauf mit Liegendstart. Die Idee dazu entstand im Winter. „Da haben schon einige Fußballer mit mir trainiert“, erklärt Zenzinger. Ziel war es, den Körper umfassender zu fördern - gerade im Hinblick auf die Herausforderungen der kommenden Saison. „Durch die Abgänge von Josef Sontheim und Sebastian Hahn wird es schwierig, die Klasse zu halten“, glaubt Zenzinger. Umso mehr komme es auf Zweikampfstärke an. Diese erfordere wiederum eine gewisse Grund-Athletik. Zenzingers Athletikschulung hat schon erste Früchte getragen. „Beim Hallenturnier waren diejenigen, die bei mir im Training waren, die Besten.“ Naheliegend also, in Absprache mit SG-Fußball-Coach Felix Scherer nun diesen Test einzuführen. Die Fußballer sind begeistert. „Die Kombination aus Leichtathletik und Fußball macht Spaß“, findet Trettenhann. Allerdings, gibt der 19-jährige Schlierseer zu, lägen ihm Übungen mit Ball deutlich besser. „Ich bin eher der Techniker. Deswegen gefällt mir die Slalom-Übung.“ Die Sprints dagegen weniger. Trotzdem absolviert er auch diese bereitwillig. „Ich spiele manchmal Außenverteidiger. Da brauche ich Geschwindigkeit.“ Lediglich der abschließende 1000-Meter-Lauf, so der Schlierseer, hätte nicht sein müssen. Dieser Meinung ist auch der defensive Mittelfeldspieler Benedikt Büchl. „Der 1000-Meter-Lauf ist das Schlimmste“, findet der 22-Jährige. Was Koordination und Athletik angeht, ist der Haushamer mit seinen bisherigen Darbietungen aber zufrieden. Ebenso wie Manuel Marcks. Dem 20-jährigen Stürmer hätten gerade das Weitschießen und Hochspringen zugesagt. „Slalomlaufen und Sprints machen mir keinen Spaß“, gesteht er. Dass der Fußball-Zehnkampf hilfreich ist, sind sich alle einig. „Man weiß einfach, wo man steht“, sagen Torhüter Benjamin Edenhofer, Neuzugang vom TSV Schliersee, und seine Kollegen, Trettenhann, Büchl und Marcks, unisono. Wenn es nach Zenzinger geht, war der Test keine einmalige Aktion. „Wir wiederholen das am Ende der Hinrunde“, kündigt der 71-Jährige an. „Dann haben wir einen Vergleich.“ Insgesamt 18 Spieler haben den freiwilligen Test wahrgenommen und dafür ihren Sonntag geopfert. Zenzinger ist zufrieden. „Beim nächsten Mal erwarten wir aber 35 Teilnehmer“, sagt er augenzwinkernd. „Wer das nicht mitnimmt, wird dann in der Dritten Mannschaft spielen.“ Schon allein aus Fairness den fleißigen Mitspielern gegenüber. Quelle: Miesbacher Merkur vom 6.7.2016