Leichtathletik
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01.10.2019 16:22 Alter: 7 yrs
Kategorie: Leichtathletik

Der perfekte Move

Sabrina Zeug holt deutsche Meistertitel im Schleuderball und Steinstoßen


Mit einem Kunstgriff gegen die böigen Windverhältnisse: Sabrina Zeug setzte beim Schleuderball auf einen niedrigeren Abwurfwinkel und wurde damit Deutsche Meisterin. Foto: Hans Zenzinger

In den Wurfdisziplinen ist der perfekte Bewegungsablauf für maximale Weite kein Geheimnis – die Kunst liegt darin, diese Perfektion zu erreichen und so zu verinnerlichen, dass sie möglichst oft abgerufen werden kann. In der Theorie leichter als in der Praxis.

Sabrina Zeug ist ein solch nahezu perfekter Bewegungslauf gelungen. Der Athletin von der SG Hausham gelang dieser Move bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften des Turnerbunds in Bergen-Enkheim bei Frankfurt in der Disziplin Steinstoßen. Die 26-Jährige reiste mit ihrem Trainer Hans Zenzinger als Titelverteidigerin an, doch angesichts der Konkurrenz waren spannende Wettkämpfe zu erwarten. Nach dem Vorkampf führte Anna-Lena Gamp (Lenzkirch) mit dem neuen deutschen Rekord von 10,02 Metern vor Zeug, die auf 9,83 Meter gekommen war. Die Haushamerin kam mit der sehr schnellen Anlaufbahn anfangs nicht gut zurecht. Sie stellte deshalb ihren Anlaufrhythmus um – mit Erfolg: Zeug konterte auf 10,24 Meter und kam im letzten Versuch auf die Sensationsweite von 10,74 Metern. „Das war können und Glück im richtigen Augenblick“, stellt Zenzinger fest. „Sabrina brachte die gesamte Kraftachse unter und hinter den 7,5 Kilogramm scheren Stein und traf das Gerät voll auf den Punkt.“ Beim Schleuderball lief es ähnlich gut. Zeug startete als Vierte der Meldeliste – Führende war erneut Gamp, die im vergangenen Jahr den Ein-Kilo-Ball über 60 Meter geschleudert und damit den deutschen Rekord erzielt hatte. Mit dabei waren diesmal auch Nadja Mesloh (Bad Ems), und Marina Haubrich (Koblenz), beide mehrfache Deutsche Meisterinnen. So strahlend klar das wetter im wettkampf-Rund war, so tückisch waren die Windverhältnisse in der Luft. Der Gegenwind kam von schräg vorne und bremste die Würfe der Athletinnen. Nach dem Vorkampf führte Zeug mit 53,34 Metern das Feld an – und die Konkurrenz haderte mit dem Wind. Mesloh kam nur mit einem Sicherheitswurf ins Finale der besten acht Werferinnen. Zeug und Zenzinger reagierten auf ihre Weise auf die Windböen: Der Coach riet der Athletinnen, auf eine flachere Abwurftechnik und einen schrägeren Abwurfwinkel zu setzen, um unter der etwa 30 Meter hohen Baumgrenze zu bleiben, die den Wind abhielt. Im letzten Versuch erreichte Zeug 55,30 Meter und sicherte sich damit ihren zweiten Titel bei der deutschen Meisterschaft. Quelle: Miesbacher Merkur vom 1.10.2019