Kategorie: Leichtathletik
Bestleistungen zum Auftakt
Haushamer Werferinnen Zeug und Stumböck erstmals bei Kaderwettkampf
Mit zahlreichen Top-Platzierungen überzeugten Sabrina Zeug und Christina Stumböck von der SG Hausham bei ihrem ersten Vergleich der Saison im Rahmen des zweiten Kaderwettkampfs des Bayerischen Leichtathletik-Verbands (BLV) im Münchner Dantestadion. Zweifelsohne war dieses hochklassige Meeting eine besondere Herausforderung für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Auf schwere Regenschauer folgte weiß-blauer Himmel mit kleinen Schauern und mäßigen Temperaturen.
„Wir hatten diesmal ein echtes Wechselbad der Gefühle“, erzählte Trainer Hans Zenzinger. Im Vorfeld hatte er mit seinen Werferinnen „ein echtes Hickhack“ um deren Startberechtigung gehabt (wir berichteten). So durften bei diesem Kaderwettkampf die letztjährige bayerische Kugelstoß-Meisterin Sabrina Zeug und die Diskus-Titelträgerin Christina Stumböck ursprünglich nicht starten. „Ich habe da Gott und die Welt in Bewegung gesetzt, um das Startrecht für die beiden zu bekommen“, verriet Zenzinger. Erst über einen Kontaktmann beim BLV bekam er die Starterlaubnis über das bayerische Innenministerium.
Passend dazu sorgten die Wetterkapriolen für einen herausfordernden Wettkampf. Nach einer Regenverschiebung startete der Diskuswurf mit einem „bösen“ Nordwest-Wind, der im Dantestadion schon so manche Top-Leistungen gekostet hat. „Ich war mit meinen beiden Damen sehr zufrieden, denn sie haben bei diesen Verhältnissen wirklich gute Leistungen erzielt“, sagt Zenzinger. Zeug wurde mit guten 44,93 Metern Erste, hauchdünn dahinter landete ihre Trainingspartnerin Stumböck mit 44,02 Metern.
Zeitlich parallel startete durch die Verschiebung das Kugelstoßen, ein perfektes Einstoßen war entsprechend nicht möglich. Zeug gewann dennoch klar mit 14,26 Metern, der zweitbesten bayerischen Jahresleistung. Besser war heuer nur die einstige Jugend-Weltmeisterin Selina Dantzler von der LG Stadtwerke München, die in den USA lebt und mit 16,20 Metern die Bayern-Liste anführt. Im Bundesgebiet liegt Zeug mit ihrer Weite auf Platz 16. Zweite in München wurde Stumböck mit 11,31 Metern.
Die Leistung sah Zenzinger so weit als in Ordnung an, doch Zeug sei „eben noch ein wenig zu langsam in der Beintechnik und hätte viel mehr drauf“. Der erfahrene Coach erzählte nach dem Wettkampf, dass er sich fast mehr erwartet hätte. „Vor knapp sechs Wochen schienen fast 16 Meter kein Problem zu sein, aber wegen Corona konnten wir dann die Saison und damit auch den ersten Start überhaupt nicht einplanen“, sagte der 75-Jährige. „Unser Planungsziel wurde wegen der Verschiebungen im Sport komplett verschoben und deshalb mussten wir auch beim Krafttraining absetzen, um wieder die Technik besser zu schulen.“
Auch im Hammerwurf dominierten die beiden Werferinnen der SG Hausham: Mit 49,06 Metern im sechsten und letzten Versuch gewann Zeug nicht nur die Konkurrenz, sondern erzielte zudem eine neue persönliche Bestleistung. Sie steigerte sich um 72 Zentimeter – ihre Weite bedeutet den 21. Rang in der aktuellen Deutschland-Liste. „Sabrina kam schwer in den Wettkampf und musste motiviert werden, denn im Training hatten wir schon häufig über 50 Meter geworfen“, sagte Zenzinger. „Wir hätten einfach hinten raus noch mehr Versuche gebraucht, um noch weiter zu kommen und besser in den Wettkampf zu finden.“
Auch bei Stumböck machte sich das gute Training bemerkbar: Mit 43,02 Metern – Platz zwei beim Meeting in München – schraubte sie ihren persönlichen Rekord um ganze 2,74 Meter nach oben. „Hammerwurf ist technisch sehr schwer und da setzte sie die Drehungen und die Beinarbeit gut an“, weiß Zenzinger. Als einen der Saisonhöhepunkte strebt er neben der Bayerischen Meisterschaft auch die süddeutschen Titelkämpfe an. „In der nächsten Zeit hoffen wir einfach auf mehr Wettkampfmöglichkeiten, um besser in die Saison reinzufinden.“
Läufer Luca Haller aus Holzkirchen ging nach seinem Einsatz für die Bayern-Auswahl im Ländervergleich mit Hessen und Baden-Württemberg (wir berichteten) ebenfalls im Dantestadion an den Start. Im Trikot der LG Stadtwerke München arbeitete sich der 17-Jährige auf der 200 Meter-Strecke zum Sieg bei der männlichen U18 mit 23,54 Sekunden. Damit war der ehrgeizige Athlet zufrieden, denn seine persönliche Bestzeit steigerte er um stolze 55 Hundertstelsekunden.
Quelle: Miesbacher Merkur vom 29.5.2021


