Kategorie: Fußball
Zwei Abbruch-Modelle
BFV stellt Fahrplan vor – Abstimmung bis 18. Mai
Seit Donnerstagabend steht endgültig fest: Die bayerischen Amateurvereine sollen nicht nur über einen Abbruch der Saison 2019/21 abstimmen, sondern auch darüber, wie mit Auf- und Abstieg verfahren werden soll. Das hat der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) beschlossen, teilt der Verband in einer Pressemitteilung mit.
Wie berichtet, hat sich eine sechsköpfige Arbeitsgruppe unter Leitung von Robert Schraudner, BFV-Vizepräsident und Vorsitzender des Bezirks Oberbayern, mit verschiedenen Szenarien beschäftigt. Neben einem Abbruch habe man auch eine Annullierung oder Verlängerung der Saison durchgesprochen. Allerdings habe es nur vereinzelte Stimmen in diese Richtung gegeben, berichtete Schraudner am Freitagmittag in einem digitalen Pressegespräch. „Wir werden keine Lösung finden, die allen gerecht wird. Das muss ich betonen.“ Um eine einigermaßen faire Lösung zu finden, können nun die Vereine zwischen zwei Szenarien abstimmen.
Beide haben gemeinsam, dass die in Paragraf 93 der Spielordnung verankerte Quotienten-Regelung, also die erzielten Punkte geteilt durch die absolvierten Spiele, für die Bildung des abschließenden Tabellenbildes maßgeblich ist. Grundlegend geht es in der Vereinsabstimmung dann darum, ob es Auf- und Absteiger gibt, unter Wegfall der Relegation – oder nur Aufsteiger.
Dass diese beiden Modelle zur Auswahl stehen, erklärte Schraudner mit den häufig von betroffenen Vereinen geäußerten Anmerkungen, dass sie es als unfair empfinden, wenn sie aufgrund des Paragrafen 93 und möglicherweise einem Zehntel im Quotienten absteigen müssten. „Ich kann es nachvollziehen, wenn noch sechs oder sieben Spiele offen sind und man nur einen Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz hat“, äußerte Schraudner sein Verständnis. Deshalb habe die Arbeitsgruppe die verschiedenen Facetten noch einmal beleuchtet. Außerdem wolle der BFV nicht auf Paragraf 93 beharren, sondern eine einigermaßen faire Lösung finden.
Diese könnte sein, dass es lediglich Aufsteiger gibt – dann würden allerdings auch die Relegationsplätze als Aufstiegsplätze zählen. Sprich: Die Ligen würden, mit Ausnahme der untersten Spielklassen, größer werden. „Es war der Wunsch der Releganten, berücksichtigt zu werden“, erklärte BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher. Somit hat die Abstimmung für das eine oder das andere Modell auch Auswirkungen auf Vereine, die auf den ersten Blick nicht betroffen sind. Größere Ligen bedeuteten schlussendlich mehr Absteiger in den kommenden Jahren, vielleicht sogar vorübergehend alternative Spielmodelle, um einen sportlichen Abschluss der kommenden Saison sicherzustellen. Spätestens zur Spielzeit 2023/24 sollen die Sollgrößen der jeweiligen Spielklassen wieder hergestellt sein, sollte sich die Mehrheit der Vereine für „Nur Aufsteiger, keine Absteiger“ aussprechen.
Wie genau sich die Abbruch-Modelle auf die nächsten Jahre auswirken, wie die Ligen aussehen könnten und wie die Abstimmung funktioniert, teilt der BFV den Vereinen in Webinaren am Freitag und Samstag, 14. und 15. Mai, mit. Die Einladungen hierfür kommen direkt über das Verbandspostfach. Die Abstimmung erfolgt vom 14. bis 18. Mai, anschließend ist bereits eine Vorstandssitzung einberufen. Sollten die Vereine für „Nur Aufsteiger, keine Absteiger“ stimmen, ist zudem ein Außerordentlicher Verbandstag nötig, um die Entscheidung zu bestätigen. Die Delegierten sollen dann dem Wunsch der Vereine folgen, betonen die BFV-Verantwortlichen.
Quelle: Miesbacher Merkur vom 8.5.2021

