Kategorie: Leichtathletik
Endlich ein Wettkampf
Dank Sonderstatus: Zeug darf in München antreten – Stumböcks Einsatz offen
Sie sind die besten Werferinnen im Freistaat: Im vergangenen Jahr gewannen Sabrina Zeug (Kugel) und Christina Stumböck (Diskus) von der SG Hausham den Titel bei den Bayerischen Meisterschaften. Beide haben Kaderstatus beim Bayerischen Leichtathletik-Verband (BLV), durften also auch während des Lockdowns in eingeschränktem Rahmen trainieren. Nur mit ihren Kontrahentinnen vergleichen durften sich die 29-jährige Zeug und die 23-jährige Stumböck bislang nicht.
Blöd gesagt: Sie sind zu alt. Für die jüngsten Kaderwettkämpfe des BLV im Münchner Dantestadion (wir berichteten) seien nur die Sportler des Förderkaders unter 20 Jahren sowie Berufssportler eingeladen gewesen, erklärt Trainer Hans Zenzinger. „Sabrina und Christina durften da nicht starten.“ Was nütze da ein Kaderstatus, wenn man nicht an diesen Test-Wettkämpfen teilnehmen dürfe, fragt er.
Klar, die Corona-Auflagen gelte es einzuhalten. Das betont Zenzinger. Aber seit neun Monaten trainiert er mit seinen Spitzenwerferinnen ins Blaue hinein. Seit März hofft er auf Freiluft-Wettkämpfe, seit März werden diese Mal um Mal abgesagt. Trotz vorhandener und erprobter Hygienekonzepte und der grundsätzlichen Erlaubnis für Kadersportler. Dagegen standen lange Zeit steigende Corona-Zahlen. Aber jetzt, wo die Zahlen fallen und auch Kaderwettkämpfe stattfinden, müsse dies auch für Zeug und Stumböck möglich sein.
Eine Möglichkeit hierfür hätte es am vergangenen Wochenende bei den Halleschen Werfertagen gegeben. Zenzinger hatte Zeug auch für das hochklassige Feld mit zwölf Startern pro Kategorie gemeldet – gefahren sind sie aber nicht. „Sabrina wäre vielleicht Zehnte geworden“, meint Zenzinger. „Ich fahre doch nicht für drei Versuche nach Halle.“ Sechs Versuche hatten nur die besten Acht.
Bevor Zeug und Stumböck gegen die nationale Elite antreten, will Zenzinger sie erst einmal überhaupt in einem Wettkampf sehen. Dafür hat er für den nächsten Kaderwettkampf des BLV in München am Wochenende ein Sonderstartrecht beantragt – und für Zeug auch bekommen. Sie tritt im Kugelstoßen, Diskus-, Hammer- und Speerwurf an. Bei Stumböck war bis Redaktionsschluss noch nicht klar, ob sie starten darf. Falls ja, wäre sie im Kugelstoßen, Diskus- und Hammerwerfen im Einsatz.
Zenzinger hofft, dass die Wettkampf-Termine jetzt wieder zunehmen. Nächstes Ziel sind die Süddeutschen Meisterschaften im Rasenkraftsport in etwa fünf Wochen.
Quelle: Miesbacher Merkur vom 20.5.2021


